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Tiere und Pflanzen




Höhere Säugetiere

Dingo
Der Dingo wurde vom Menschen als erste Art der Höheren Säugetiere bewusst in Australien eingeführt

In Australien sind Höhere Säugetiere aus zwei Ordnungen, nämlich Vertreter der Ordnung Fledertiere und Langschwanzmäuse aus der Ordnung der Nagetiere, ursprünglich beheimatet. Fledertiere kommen dabei mit sechs Familien in Australien vor.

Fleder- und Nagetiere sind verhältnismässig junge Tierarten Australiens. Fledertiere lassen sich in Fossilien erst seit 15 Millionen Jahren nachweisen und haben wahrscheinlich von Asien aus den australischen Kontinent besiedelt. Dafür spricht auch, dass zwar sieben Prozent der weltweiten Fledertierarten in Australien vorkommen, allerdings nur zwei Gattungen in Australien endemisch sind.

Nagetiere besiedelten Australien vor fünf bis 10 Millionen Jahren und haben sich in eine Reihe von Arten entwickelt, die als „Alte endemische“ Nagetiere bezeichnet werden und durch vierzehn, mittlerweile ausgestorbene Gattungen vertreten waren. Vertreter der Gattung der echten Ratten erreichten Australien vor einer Million Jahren von Neuguinea aus und haben sich in sieben Arten entwickelt, die zusammenfassend als „Neue endemische“ Nagetiere bezeichnet werden.

Seit der Mensch den australischen Kontinent besiedelt, hat er eine Reihe von Höheren Säugetieren in Australien eingeführt, die heute dort wild vorkommen. Als erste bewusst eingeführte Art gilt der Dingo. Fossilienfunde weisen darauf hin, dass er vom Menschen vor etwa 5.000 Jahren eingeführt wurde. Nach der Besiedelung durch Europäer nahm die Anzahl eingeführter Arten sprungartig zu; viele Arten wurden vor allem im 19. Jahrhundert durch Akklimatisationsgesellschaften gezielt eingeführt, um eine Tierwelt zu schaffen, die an Europa erinnert und die als artenarm empfundene Fauna Australiens zu bereichern.

Dazu zählen unter anderem der zu Jagdzwecken eingeführte Rotfuchs, der Feldhase, der Rothirsch und das Wildkaninchen. Auch Damhirsch, Sambar, Axishirsch, Schweinshirsch, Hirschziegenantilope und Mähnenhirsch verdanken ihre Existenz auf dem australischen Kontinent diesem Grund. Andere domestizierte Arten entkamen als Gefangenschaftsflüchtlinge - dazu zählen die Hauskatze, die Hausziege, das Hausschwein, der Wasserbüffel, das Hauspferd, der Hausesel und das Trampeltier.

Nur drei Arten der Höheren Säugetiere sind nicht absichtlich in Australien eingeführt worden - nämlich die Hausmaus, die Hausratte und die Wanderratte. 46 Meeressäuger der Ordnung Cetacea oder Wale lassen sich in den Küstengewässern Australiens beobachten. Da die Mehrzahl der Arten eine weltweite Verbreitung haben, werden sie von einer Reihe von Autoren nicht als spezifisch der Fauna Australiens zugehörig betrachtet.

Buckelwal
Neun Arten der Bartenwale, darunter der Buckelwal, sind in den Küstengewässern Australiens zu beobachten. 37 Arten aus allen sechs Gattungen der Zahnwale sowie 21 Arten der Delfine kommen gleichfalls in den Küstengewässern vor. Der Australische Stupsfinnendelfin wurde erst im Jahre 2005 als eigenständige Art beschrieben. Einige der Delfine wie der Orca, kommen in den Küstengewässern rund um Australien vor; andere wie der Irawadidelfin sind nur in den wärmeren, nördlichen Küstengewässern zu finden.
Der Dugong ist der einzige pflanzenfressende Meeressäuger Australiens und kommt nur an der nordöstlichen und nordwestlichen Küste vor und bewohnt vor allem die Torres Straße. Dieses bis zu 3 Meter lange und 400 Kilogramm schwere Tier zählt zu den gefährdeten Arten, da die Seegraswiesen, von denen es lebt, zunehmend gefährdet sind. Außerdem lassen sich noch elf Arten der Robben in den australischen Küstengewässern finden.