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Tiere und Pflanzen




Wirbellose

Von den etwa 200.000 Tierarten, die in Australien leben, sind 96% Wirbellose. 90% der dazu zählenden Insekten gelten als endemisch. Wirbellose besetzen zahlreiche ökologische Nischen und spielen in allen australischen Habitaten eine wichtige Rolle als Bestäuber und Teil der Nahrungskette.

Die größte Gruppe der Wirbellosen machen die Insekten aus, zu denen etwa 75% der bekannten australischen Tierarten gehören. Von diesen sind die Käfer (Coleoptera) am bedeutendsten, von denen etwa 28.000 Arten bekannt sind. Etwa 20.000 weitere Arten werden den Schmetterlingen (Lepidoptera) zugeordnet und etwa 12.800 den Hautflüglern (Hymenoptera). Die Zweiflügler (Diptera), zu denen die Fliegen und Mücken zählen, machen etwa 7.800 Arten aus. Etwa 3.000 Arten der Geradflügler (Orthoptera), darunter Heuschrecken und Grillen, gehören gleichfalls zu der Fauna Australiens.

Seestern
Dornenkronenseestern (Acanthaster planci)
Auch für Wirbellose gilt, dass eingeführte Arten einen signifikant negativen Einfluss auf die Ökosysteme Australiens haben. Zu den eingeführten Arten, die einheimische Arten verdrängen, zählen Kurzkopfwespen, Bienen, Hummeln und die Rote Feuerameise. Australien verfügt über eine große Anzahl von Spinnentieren (Arachnida). Dazu gehören 135 Arten von Webspinnen, die auch vielen Laien so geläufig sind, dass sie englische Namen tragen. Zu den giftigen Arten zählt vor allem die berüchtigte Atrax robustus, im englischen „Sydney Funnel-Web Spider“ genannt. Sie ist eine der drei giftigsten Spinnen der Welt und gehört zur Familie der Hexathelidae. Sie kommt im Stadtgebiet und in der Umgebung von Sydney vor und legt ihre trichter- oder röhrenförmigen Netze an feuchten, kühlen Stellen auch in Häusern an. Gelegentlich geraten die Spinnen in Swimmingpools, in denen sie, von einem Luftpolster umhüllt, bis zu 30 Stunden überleben können. Ihr Biss kann ein Kind innerhalb von 15 Minuten töten. Ein Gegengift steht seit 1980 zur Verfügung.

Auch die giftige Latrodectus hasselti, in Australien „Redback Spider“ genannt, die zur Gattung Latrodectus gehört, ist ein Kulturfolger. Das über 10 Zentimeter lange Weibchen der Art, die in und an Häusern siedelt, trägt in der Regel auf dem Hinterleibsrücken ein breites, rotes Längsband und auf der Bauchseite eine uhrenglasförmige, rote Zeichnung.
Von den Wenigborstern (Oligochaeta) sind zwei Familien in Australien vertreten: die Enchyträen (Enchytraeidae) und die Megascolecidae. Zu letzterer Familie zählt der bisher größte bekannte Wenigborster Megascolides australis mit durchschnittlich 80 Zentimeter Länge. Man hat aber auch schon Exemplare gefunden, deren Länge 3 Meter erreichte. Die Würmer sind dann bis zu 3 cm dick. Sie leben im australischen Busch und werfen über ihren Gängen kleine, vulkanartige Hügel auf, die einem erwachsenen Menschen bis ans Knie reichen können.


Giftzüngler
Conus textile, einer der Vertreter der Giftzüngler
Etwa 124 Arten der Australischen Flußkrebse bewohnen die australische Region. Einige der Arten können längere Trockenperioden überstehen, in dem sie sich bis zu 75 Zentimeter tief im Erdboden eingraben. Von kommerzieller Bedeutung ist Euastacus armatus, der bis zu 45 Zentimeter lang wird. Einige Arten wie der Yabbi (Cherax destructor) und der Marron (Cherax tenuimanus) werden auch kommerziell in Shrimps-Farmen gezüchtet. Auch in den Gewässern entlang Australiens Küste finden sich viele Wirbellose.

Besonders artenreich ist das Great Barrier Reef. Hier leben zahlreiche Vertreter der Schwämme, der Nesseltiere, der Stachelhäuter und Weichtiere. Auch hier finden sich einige sehr giftige Arten. Dazu gehören die Seewespen, zwei in derselben Familie stehende und eng verwandte Würfelquallen-Arten (Cubozoa), die mit wissenschaftlichem Namen Chiropsalmus quadrigatus und Chironex fleckeri heißen. Letztere ist wahrscheinlich der am meisten gefürchtete Organismus pazifischer Badestrände. Ganze Badegebiete werden in Australien eingezäunt, um sich vor diesen Tieren zu schützen.

Auch der Blaugeringelte Krake und zehn Arten der Giftzüngler zählen zu den gefürchteten Wirbellosen. Neben den giftigen Tieren gelten aber auch andere Meereswirbellose als problematisch. Der Dornenkronenseestern bewohnt Korallenriffe normalerweise mit sehr geringen Individuenzahlen. Aus Gründen, die bis jetzt noch nicht völlig verstanden sind, kommt es gelegentlich zu starken Populationsanstiegen, bei denen die Korallen schneller gefressen werden, als sie sich regenerieren. Auch die Ökosysteme der australischen Küstengewässer sind gefährdet. Durch Ballastwasser wurden Muscheln und Stachelhäuter eingeschleppt, die die einheimischen Arten verdrängen.

In den Küstengewässern findet man auch zahlreiche Krebstiere; dazu zählen zahlreiche Vertreter der Zehnfußkrebse wie Einsiedlerkrebse, Hummer, Garnelen und Langusten. Zu den weniger bekannten Tiergruppen gehören die Remipedia, die Cephalocarida, Branchiopoda, Maxillopoda (zu denen unter anderem die Fischläuse und die Ostracoda gehören).